Viel Aufregung um Domain stadtrat-gl.de

Oh mein Gott. Soviel Aufregung um so wenig! Es geht um die Idee, die schon in der vergangenen Wahlperiode vom interfrationellen Arbeitskreis „Ratsinformationssystem“ mal überlegt wurde, eine einheitliche E-Mail-Adresse für alle Ratsmitglieder in Bergisch Gladbach anzubieten. Bisher haben die Ratsmitglieder in der Regel ihre privaten bzw. beruflichen Adressen, teilweise auch welche über ihre Parteien. Eine einheitliche Adresse sollte es den Bürgern und der Verwaltung einfacher machen, die Ratsmitglieder zu informieren. Weil jedes Ratsmitglied dann eine Adresse nach dem Muster vorname.nachname@stadtrat-gl.de hätte und man nicht in Verzeichnissen suchen müsste.

Also haben mein FDP-Kollege Markus Gerhards und ich in dieser Wahlperiode die Idee aufgegriffen und Bürgermeister Urbach einen entsprechenden Vorschlag schriftlich geschickt. Mit dem Vorschlag, die Domain stadtrat-gl.de dafür zu verwenden. Letztlich wäre es aber egal gewesen, ob stadtrat-gl.de oder auch rat.stadt-gl.de, wie der grüne Kollege Bäumle-Courth vorschlägt.

Lutz Urbach hat den Vorschlag aufgegriffen und im Ältestenrat thematisiert. Dann plötzlich ist die Domain stadtrat-gl.de reserviert, verwies lange auf einen Anbieter von CDU-Webseiten. Schon merkwürdig. Inhaber und technischer Ansprechpartner waren „Karl Torfel“ und „A Narcho“. Ein Schelm, wer böses denkt, die erste: ob es diese beiden Personen in Bergisch Gladbach wirklich gibt? Der erste sollte in Bergisch Gladbach wohnen, übrigens ist unter der Anschrift auch eine Pommesbude zu finden. Der zweite in Bensberg, aber dort war kein „A Narcho“ zu finden.

Dann der Retter in der Not: Der linke T. Santillan nimmt telefonisch Kontakt auf (also im Telefonbuch stand keiner der beiden Herren! Die bei der DENIC angegeben Nummer funktionierte zwar, aber es ging bei meinem Versuch niemand dran!!). Der Retter in der Not kaufte die Domain und bietet sie jetzt dem Bürgermeister an. Kostenlos natürlich. Wie edel und selbstlos. Selbstlos? Ein bisschen „gute Presse“ wollte er wohl doch haben.

So richtig gut war die Presse nicht, also wurde böse spekuliert, der „eigentlich interne“  Brief an Bürgermeister Urbach sei durch ein „Leck“ im Rathaus an die Presse gegangen. Ein Schelm, wer da böses denkt, die zweite.

So ganz ehrlich ist Herr Santillan aber nicht: sein Brief an Lutz Urbach ist – zumindest im Büro der CDU-Fraktion – am 15.6. per email eingegangen. Nicht im To-Feld oder CC-Feld der E-Mail, wohl aber im BCC-Feld. Diese Empfänger sieht der Empfänger ja nicht. Es können also mehrere, Dutzende, Hunderte Empfänger gewesen sein. Das hat der gute Herr Santillan verschwiegen. Nur der guten Ordnung halber: nein, wir, die CDU, waren es nicht, die die E-Mail nebst Brief an Lutz Urbach weitergegeben haben.

Jetzt also alle wieder einen Gang runter, Herr Santillan ist nicht der Retter in der Not, sondern wohl eher ein wenig „profilierungssüchtig“. Ich würde ja wetten, dass er irgendwie, irgendwo, irgendwann seine Fingerchen im Spiel hatte bei der ganzen Geschichte, aber ich tus nicht, weil die Wahrheit wohl eher nie ans Licht der Welt kommen wird.

Das gute am Schluss: bald haben alle Ratsmitglieder eine einheitliche Adresse! Aber an Herrn S. lag das sicher nicht.